Otto Modersohn. 1865 Soest – 1943 Rotenburg /W.

„Surheide bei der großen Düne bei Regenstimmung“, Öl/Malpappe. 1923. Unsigniert. 46 x 69,5 cm.
En passant, beim Gang durch ein Auktionshaus, blieb unser Blick an den warmen Farben einer Herbstlandschaft hängen. Ein kahler Sandhügel, nur von wenigen Wachholderbüschen und einigen Birken in der Ferne bewachsen, zog unseren Blick an. Das Violettbraun verblühter Heide im farbigen Wechsel mit Ocker und Brauntönen, lebendig durch den bewegten, richtungswechselnden Pinselstrich, sorgt für Atmosphäre und Ausdruckskraft.
Signatur? Fehlanzeige. Ausrufpreis: 30 Euro!
Das war irritierend, da uns sofort die Qualität des Werkes überzeugt hatte. Motiv, Malweise und Alter des Bildträgers legten die Vermutung nahe, dass es sich um einen norddeutschen, wenn nicht sogar Worpsweder Maler handeln könnte.
Die Vorstellung, dass hier ein gutes Bild nicht erkannt und weit unter Preis verkauft werden sollte, ließ uns nicht los und eine erste Recherche führte uns auf die Spur zu Otto Modersohn und seiner Schaffenszeit in Fischerhude. Die Vereinfachung der Formen, der kurze Pinselstrich und die atmosphärische Farbwahl sind Charakteristika seiner Landschaftsdarstellungen der 1920er Jahre.
Auf unsere Bitte hin, wurde das Gemälde aus der Auktion genommen, um Zeit zu gewinnen unserer Vermutung nachzugehen. An diesem Punkt wählt man immer den Weg nach Fischerhude in das Otto Modersohn – Museum. Zu unserer großen Freude, wurde unser „Verdacht“ bestätigt und Herr Noeres konnte einen entsprechenden Eintrag vom Sommer 1923 in Otto Modersohns sog. Atelierbuch finden.
Somit wurde aus einem Bild unbekannter Autorschaft – ein Gemälde des Worpsweder Malers Otto Modersohn!