Schweizer Winterdorf (Sapün?). Öl/ Holz. Signiert unten links „W. Oltmanns“. 49 x 68 cm. Gerahmt. VB 540 €

Oltmanns hat die sonnige Stimmung in einem verschneiten Dorf in den Schweizer Alpen mit expressivem Pinselstrich, kräftigen Farben und Formen eingefangen. Ein Augenblick nur, der jedoch eindrucksvoll und nachhaltig für den Betrachter festgehalten wurde. Es liegt noch viel Schnee in dieser Alpenlandschaft, doch das sonnige Licht lässt schon den ersehnten Frühling erahnen. – In den 1960er Jahren reiste Oltmanns mehrfach in die Schweiz, wo er in Davos auch die Lebensgefährtin von Ludwig Kirchner kennenlernte.
Nach einer Handwerkslehre zum Maler ließ sich Oltmanns 1924 als künstlerischer Autodidakt in der Künstlerkolonie Schreiberhau (Riesengebirge) nieder. In dieser Zeit setzte er sich intensiv mit den aktuellen Kunstströmungen auseinander, besuchte in Berlin u.a. Max Pechstein und wurde schließlich festes Mitglied der Künstlergilde St. Lukas. Durch inspirierende Kontakte mit Max Slevogt, Jan Bontjes van Beek u.a. entwickelte er eine expressive Malweise mit charakteristischem Pinselduktus. Im 2. Weltkrieg wurde er als entarteter Künstler abgestempelt und seine künstlerische Entwicklung unterbrochen, viele seiner Werke gingen verloren. Nach den Kriegswirren ließ er sich 1947 in Delmenhorst nieder, wurde Mitglied des BBK Oldenburg und der Künstler-Vereinigung Esslingen. Nach seinem künstlerischen Neubeginn, der auch in der angewandten Kunst Ausdruck fand, dominierte die Liebe zur Farbe in seinem malerischen Werk. Im Landesmuseum Oldenburg und in der Bremer Kunsthalle sind seine Arbeiten vertreten.